World Love Day – Einen Tag im Jahr mal alles richtig machen

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Wenn Menschen, die sehr viel online sind und vielleicht sogar ihr Geld im Internet verdienen, über das Netz etwas sagen, geschieht das meist in Sprechblasen mit rosaroten Blümchenrand. Kritik an Sache kommt so gut wie nicht vor und wird von den Web-Begeisterten gemieden, wie das  das Wort offline und wie der Teufel und wie Weihwasser. Ein bestimmte Art der Verblendung, die direkt aus dem Monitor zu strahlen scheint. Denn was unzweifelhaft fest steht ist, dass das Leben mit allen Sinnen erfahren wird und guter Kontakt mit seinen Mitmenschen ganzheitlich und somit hauptsächlicher physischer Natur ist. Um nur ein zwei vorsichtige Hinweise zu geben.

Wenn man sich viel im Internet „bewegt“, stellt man als aufmerksamer und wacher Geist fest, dass man vor allem als Kunde oder potentieller Käufer wahrgenommen wird. Vielleicht sogar noch als Gewinner oder jemand, dessen Meinung/Kommentar zählt und wirklich wichtig ist. In jedem Fall ist der Internetnutzer ein Besucher und geht in die Website-Statistik und die Log-Files ein. Die wahren Lebensadern im Internet.

Viel wird daran gesetzt, aus einem Surfer einen Käufer zu machen. Die Werbeausgaben steigen weiter rasant, die Technik entwickelt sich kontinuierlich, um das Erreichen dieses Ziel noch effizienter zu machen. Es ist ein Geschäft gigantomanischer Ausmaße. Allein was die vier Größten Unternehmen im Netz –  Ap­p­le, Ama­zon, Fa­ce­book und Goo­gle allesamt amerikanisch und natürliche Feinde effektiven Datenschutzes – verdienen, würde nicht mal auf alle Kuhhäute der Welt gehen.

Wenn man ein Mensch mit einigermaßen hohen (moralischen) Ansprüchen ist und seine Würde, seine Freiheit und Autonomie als das höchste und unveräußerliche Gut ansieht, ist es gar keine Frage, seine Zeit im Netz zu begrenzen oder sogar ganz zu beenden. So leid das vielen Nerds in der Seele tut – wir sind aus Fleisch und Blut und mit fantastischen Sinnen ausgestattet sowie mit einer so unglaublichen fantastischen Fantasie, die viel Raum braucht und Sonnenlicht.

Deshalb rufe ich zu einem World Love Day auf. An diesem Tag der Liebe ist man weder Kunde, noch Besucher, man ist weder Wähler, noch Konsument, kein Leser, kein Zuschauer und kein gar nichts – man ist einfach nur …. Mensch. Das ist für viele im Westen ein sehr ungewöhnliches Gefühl und könnte vielen Angst machen. Dennoch ist es einen Versuch wert.

Wir bereichern unser Leben am World Love Day damit, dass wir
  • nichts kaufen und nicht shoppen
  • nicht im Internet surfen
  • keine Mails schreiben und verschicken
  • nicht mit dem Handy telefonieren
  • kein Fernsehen schauen
  • keine News lesen, hören oder sehen
  • einen Tag lang komplett offline verbringen
Wann das genau sein wird, muss noch überlegt werden. Jemand einen Vorschlag?

Foto: tpmartins

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2 Kommentare

  1. Das kleine Offline

  2. Mark Max Henckel

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