Hacker aus dem Reich des Mitte sollen die Passwörter der New York Times Journalisten gehackt, also geklaut haben. Der Angriff aus dem WWW war offenbar eine Mischung aus Rache und Bösartigkeit. Denn die New York Times hatte im Herbst vergangenen Jahres die Familie des (ehemaligen) chinesischen Premierministers Wen Jiabao bezichtigt, ein Milliardenvermögen beiseite geschafft zu haben. Da es sich um Chinesen handelt, natürlich auf Kosten des Volksvermögens.

Gar nicht gut. Daraufhin wollte sich eine Hacker-Klicke die Sache mal näher anschauen.

So brachen die Angreifer zunächst – vermutlich mittels einer präparierten E-Mail (Spear-Phishing) – rund um den 13. September in den E-Mail-Account des Shanghai-Korrespondenten und leitenden Redakteurs David Barboza ein, der über Wen Jiabaos Familie berichtete. Außerdem verschafften sie sich den Zugang zum E-Mail-Account eines ehemaligen Büroleiters aus Peking. Über diesen Weg installierten sie Schadsoftware, die ihnen den Zugang zu jedem Computer des Times-Netzwerks erlaubte. Die Herkunft ihrer Angriffe versuchten sie über gekaperte Rechner US-amerikanischer Universitäten zu verschleiern.

HEISE Online: Chinesische Hacker greifen „New York Times“ an

Ein paar Tage Später wird vermeldet, dass offen auch die Washington Post und Twitter von Hacker-Angriffen betroffen sind. „Der Angriff war nicht das Werk von Amateuren“, erklärte Twitter.

Die Hacker hätten sich möglicherweise Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und andere Daten von 250.000 Nutzern verschafft, erklärte Sicherheitsdirektor Bob Lord. Twitter habe die Zugangsdaten der betroffenen Nutzerkonten sicherheitshalber ungültig gemacht und die Kontoinhaber per Mail aufgefordert, neue Passwörter anzulegen

Der Angriff ähnele den Attacken auf die „Times“ und das „Wall Street Journal“, heißt es in einem Beitrag auf der Website der US-Hauptstadtzeitung – Ursprung sei wohl ebenfalls China. Das FBI ermittelt und fürchtet eine Bedrohung für „nationale Sicherheit“.

SPIEGEL Online: Cyber-Spionage – Hacker attackieren Twitter und „Washington Post“

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