Jaron Lanier bei titel thesen temperamente im Deutschen Fernsehen zu der Sache mit dem Internet und seinem Buch: Wem gehört die Zukunft?: „Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt.“:

„Den Leuten ist überhaupt nicht klar, welche Gefahren von Big Data ausgeht. Big Dats bedeutet, das Computer weltweit Informationen über uns sammeln und daraus fragwürdige Statistiken erstellen. Mit einem Ziel: Um Vorhersagen darüber zu machen, wie man den meisten Profit aus uns schlägt, wie man jemanden am Besten manipuliert.

Wenn alles frei verfügbar und umsonst ist, klingt das demokratisch, aber das ist es eben nicht. Denn die Internet-Mächtigen, mit ihren Riesen-Computern, mit der Möglichkeit die Informationen auszuwerten und weiterzuverkaufen, sind am Ende die einzigen Profiteure. Und so wurde das, was eigentlich so demokratisch aussah, sehr, sehr unfair (Digitaler Maoismus).

Die kurzfristigen Annehmlichkeiten stehen im maximalen Konflikt zu den langfristigen Auswirkungen. Das Problem bei diesen System ist: Sie arbeiten sehr schnell und schaffen schnelle Anreize. Die Folgen aber bleiben im Dunkeln. Und genau das ist das Problem.

Genau diese Dynamik können wir in allen Bereichen beobachten, die von Software übernommen werden. Man braucht die Menschen noch als Datenlieferanten und Konsumenten, ansonsten kann man so tun, als brauche man sie nicht mehr. Und bezahlt werden sie auch nicht. Und genau da passiert der entscheidende Fehler.

Der Nutzer soll durch seine Daten auch Einnahmen haben. Durch sogenannte Zwei-Wege-Links, die zurück auf den Urheber verweisen. Wenn Facebook mit den Fotos und Nachrichten seiner Nutzer Profit macht, müssen eben diese Nutzer dafür auch entlohnt werden.

Diese Methode ist ganz simpel und kann automatisch funktionieren: Der Input wird honoriert. Nicht ein einzelner Boss entscheidet ob und wieviel ein Nutzer bekommt. Man muss es nur machen. Viele werden sich beschweren, aber irgendwo müssen wir anfangen. Es könnte dafür sorgen, dass die Mittelschicht nicht ausblutet und wir eine Gesellschaft schaffen, die fit für die Zukunft ist. Und das ist das, was wir wirklich brauchen.“

Jaron Lanier © (CC BY-SA 2.0) von Meet the Media Guru (FLICKR)