Das Geld machen die anderen. Wenn man nicht gerade Eric Schmidt heißt, gibt es auch ganz lustige Dinge, die man mit dem Internet anstellen kann. Dafür gibt es ja die Trends, also Internet-Trends, nicht Shitstorms (obwohl die auch irgendwie trendy sind). Die denken sich in der Regel keine PR-Strategen oder die Marketing-Mafia aus – was nicht ganz so klar ist, wie es auf den ersten Blick scheint, sondern Leute wie du und ich. Also eher du, als ich. Eher in den USA als im ängstlichen Germanien. Wir tragen an dieser Stelle die gängigsten und berüchtigtsten Trends zusammen und wollen damit einen kleinen Überblick über die Sache geben. Dieser Beitrag über die Netztrends wird stetig aktualisiert. Bitte schön!

Selfie

ist schon länger Trend, der Name selbsterklärend und man sieht Selfies jeden Tag zu Tausenden in den Sozialen Netzwerken. Meistens sind es Frauen, die sich mit dem Smartphone selber fotografieren und das Foto ins Netz stellen. Dabei sieht man meist den ausgestreckten Arme und das Handy mit auf dem Bild. Peinlich, auch reifere Frauen, Porno-Bienen und Schulmädchen machen das jeden Tag mindestens ein Mal. Cool und lustig wir dieser Internet-Trend aber erst durch etwas Witziges oder Überraschendes im Hintergrund des Bildes. Selfies können sehr witzig und kreativ sein, nerven aber meist durch den obligatorischen Kussmund oder bei Frauen, die die 21 schon überschritten haben.

Biernominierungen

heißt der letzte Schrei, ist total bescheuert und findet in Facebook statt. Jemand trinkt einen halben Liter Bier auf Ex und nominiert danach drei „Freunde“, es innerhalb von 24 Stunden genauso zu machen. Ein alkoholischer Kettenbrief. Kann man auch mit Wodka oder Whiskey machen, wie in England, wo der Mist „Neknominate“ heißt. Nicht ganz so lustig, wenn man nicht zu den Jugendlichen gehört oder kein Alkoholiker ist.

Planking

ist vielleicht bekannteste Internet-Trend und schon beinahe Geschichte. Lying Down Game (Das Hinlegen-Spiel) ist aber wirklich witzig und ganz ganze Netz ist voll mit Planking-Fotos (wie das Titelbild hier bei einer Hochzeit zeigt). Egal wo und in welcher Situation und machst dich einfach steif wie ein Brett und legt dich irgendwo hin oder drüber – dann lässt du das fotografieren und ab damit nach Facebook, Flickr, Instagram oder … Youtube.

Berühmt werden mit Youtube-Video

ist vielleicht der verzweifelste Trend, weil das nun gar nicht zu steuern ist. Niemand weiß vorher, welches Video zum Hit wird. Meist werden es keine inszenierten Takes (beispielsweise der berühmteste Heiratsantrag des digitalen Zeitalters), sondern spontane. Doch es gibt keine Regeln, wie dieses Video beweist:

A Fat Girl Dancing: Talk Dirty to Me (Jason Derulo)

Sexting

ist ein Mobbing-Trend im Netz. Manchmal Naive junge Leute lassen sich nackt oder in eindeutigen Positionen ablichten und schicken sogar manchmal aus jugendlichem Leichtsinn diese Bilder an Freunde weiter. Hast du nicht gesehen, ist das Foto in Facebook oder in einem andern sozialen Netzwerk und wird von dort aus weiterverteilt. So wird man schnell zur Lachnummer und ein massives Bashing, ein Shitstorm oder gar Mobbing setzt ein. Peinlicher kann kaum etwas sein. Man macht sich erpressbar und angreifbar. Siehe: Sexting kann dich berühmt machen – auch wenn du es gar nicht willst.

Owling

ist auch ganz schön. Man hockt sich wie eine Eule oder ein Uhu irgendwo hin und lässt sich ablichten. Zack, ab ins Netz damit – das ist Owling. Auch Stefan Raab eulte mal in seiner Show TVTOTAL.

Harlem Shake

war ein sehr origineller Trend, bei dem ganze Büroetagen und Firmen mit machten. Es läuft der Song „Harlem Shake“ von Harry Rodrigues und es gibt zwei Video-Einstellungen. Eine zum Intro, bei dem alles normal zu sein scheint und eine zweite, wenn der Song richtig losgeht. Jetzt sind alles komplett wild, verkleidet und in schrägen, sich wiederholenden Posen. Die Liebe und Akribie, mit der die Harlem-Shake-Videos inszeniert werden, sind bewundernswert und sehr beachtlich. Ursächlich für diesen Trend war ein Video des Internetkomiker Filthy Frank, das genau so ablief und mehrere Tausend Nachahmer fand.

Foto: The Harlem Shake [BEST ONES!]

Weitere witzige Trends sind: „Cat-Bearding“, bei dem man sich eine Katze als Bart vors Gesicht hält. „Supermanning“ aus dem fahrenden Autofenster. „Batmanning“, bei dem man kopfüber irgendwo herunterhängt. „Horsemanning“ – hier werden die Bild so inszeniert, als sei der Köpf vom Körper getrennt. „Cup Song“, bei dem man mit Bechern einen Rhythmus zu einem gesungenen Song auf einen Untersatz schlägt. Und, sehr witzig, „Scarlettjohanssoning“, bei dem man ein Foto des Starlets imitiert, bei der der nackte Popo in einem Spiegel im Hintergrund „versehentlich“ mit aus Bild kommt.

Allen diesen Trends ist das subversive Element gleich, mit dem man Bilder und Videos ausschließlich für die Netzgemeinde inszeniert. Eine der großen Stärken des Internets.

Foto: „Wedding Plank“ (CC BY 2.0) von ND Strupler (FLICKR)