Ein blöder Schwachsinn wie die Gamescom zeigt unsere Lebenszeitverschwendung in Zahlen: 2 Milliarden Euro Umsatz der Spiele-Industrie, davon aber nur 6,4 % von deutschen Entwicklern! Ein Skandal. Wie machen wir noch mehr User spielsüchtig, wie können deutsche Unternehmen vom Trend zur Unterhaltungssoftware, zu Spiele-Apps und der Abzocke bei Online-Games profitieren?

Oder wie die Wirtschaftswoche meint: Eine Nation vor dem Bildschirm. Früher hat man bei Butterbemme und Frikadelle gemeinsam „Ekel Afred“ auf dem Bildschirm geglotzt. Heute ballert man ihn ab oder erklickt sich eine Strategie, wie man ihm sein Imperium raubt. Oder was weiß ich für eine blöde Scheiße.

Der aufmerksame und medienkompetente Bürger hat auch die grobe Verarsche beim Online-Gaming gerallt. „Gratis loslegen, später Extras kaufen: So funktionieren immer mehr Online-Spiele“, wie N-TV unter dem Titel Virtueller Spaß, reale Rechnung – Wenn das Spiel zur Kostenfalle wird belegt. Aber davon ab ist alles in bester Ordnung. Immerhin gammeln die Nerds nicht kiffend in den Parks herum und schupsen Omas von der Handtasche. Das ist vermutlich ein echter Fortschritt.

Gamescom mit Merkel

Selbst die Kanzlerin zeigt sich auf der Gamescom und adelt damit das schmutzige Geschäft. Wir denken etwa an die vielen Überstunden, in der Regel nicht abgegolten, an die massiven Interessen der Investoren und wie schon junge Leute vor den Kiste gesogen werden, um ihr Leben zu verschwenden. Gut, das war früher nicht anders, da hießen die Kisten noch Kanonenboot, Panzerwagen und Flugabwehr. Ein kritisches Wort zur Materie und zu dem sinnlosen Rumgeballer und Gegame gab es von der Deutschland-Chefin jedenfalls nicht. Menschen sehen Journalisten zu, die Merkel zusehen, die Spielern beim Spielen zusieht.

Längst ist die Internet-Sucht bekannt und das gefingere am Smartphone wegen WhatsApp, Instagramm und Facebook ist mittlerweile das normale Bild bei Jugendlichen. Und nicht nur bei denen kann man von einer „Smartphone-Sucht“ sprechen. Diese Online-Games mit ihrer eigenen Messe – der Gamescom eben – sind noch viel schlimmer, die toppen das alles, sie sind Das Heroin aus der Steckdose. Die Ärztetagung im letzten Jahr befand denn auch: Online-Spiele haben größtes Suchtpotenzial. Ohne Erfolg, ohne eine einzige Konsequenz. Die „Arbeitsgruppe Spielsucht“ der Berliner Charité dokumentierte https://ag-spielsucht.charite.de/computerspiel/merkmale_der_computerspielsucht/Merkmale des exzessiven Computer- oder Online-Spielens, da alles, wirklich alles auf die erhebliche Gefahr dieser Games – nicht nur der Online-Games – hindeutet. Und dieser Umstand wird im Zusammenhang mit der Gamescom schön unter dem Teppich gehalten und wie bei der Familienpolitik alles schön geredet. Ist ja auch toll: News, Trends, Einblicke in der Newsgallery der gamescom