Online Marketing Rockstars . Igitt. OMR! … Festival! Wenn ich das schon höre: „Online Marketing ROCKSTARS“ und Festival könnte ich diesem OMR eins in die Fresse schlagen.

Bei diesem „Festival“ gehts nur um Kohle. Es findet sich der Bodensatz des Kapitalismus unter dem Label zusammen. Wenn es Ausbeutung auf hohen Niveau gibt, dann im Marketing und den zugehörigen Agenturen. Die Reden nicht über Arbeitszeitmodelle, höchsten über Surf-Spots, die sie besuchen, nach dem sie ihre Kunden ausgequetscht haben. Eine Aktionärsversammlung von Goldman Sachs ist dagegen Kindergeburtstag.

Diese Art Rockstars, die dieses Festival anspricht, machens eh nur für Geld, haben keine weiteren Anliegen. Ihnen ist am Ende alles Scheißegal, Datenschutz, Arbeitszeit, Produkt. So ist diese Branche. Was will ich von denen? Mir wird einfach nur übel, denn ich kenne diese Charaktere ja, arbeite ja selber am Rande dieser Branche. Sind zwar nicht alle so mies, wie der Titel dieses „Festivals“, aber sehr viele eben doch.

Es sind die angepassteten Typen, die man sich vorstellen kann. Sie passen zum Internet, wie die Faust aufs Auge. Lassen sich noch einem streifen Buntstech unter die Haut klöppeln, manchmal einen Talibanbart sprießen und beziehen teure Buden in den Szenevierteln. Politische Anliegen oder überhaupt irgendeine ethische Philosophie fassen die nicht mal mit der Kneifzange an – wenn es nicht an ihre Pfründe geht, also an den Asien-Urlaub oder an die Bitcoin-Anlage. Beispiel ist der Datenschutz, der der natürliche Feind der „Online Marketing ROCKSTARS“ ist.

Jetzt schalten die Mister Scott Galloway auf Leinwand zu, einen Prof der „New York University Stern School of Business“ und der funktioniert nicht so richtig. Was die Marketiers eigentlich vollkommen wumpe ist, wenn die ihre verlogenen Anzeigen zwischenschieben, prangert der an: „Soziale Medien sind der Sauerstoff von Falschnachrichten.“ Er geht Facebook direkt an – und zwar zurecht. „Dass sich Facebook weiterhin nicht als Medienunternehmen sieht, sorgt bei Galloway ebenfalls für Kopfschütteln. “ Er bezeichnet die US-Tech-Firmen als „Wölfe im Schafspelz. Sie sind die dominantesten, aggressivsten Firmen der Geschichte. Die großen Tech-Konzerne sollten zerschlagen werden.“

Oha. Da kucken die Rockstars aber dumm auf der Wäsche. Passt irgendwie nicht zu der Scheiße, die sie da als Festval feiern.

Nach Ende der Live-Schalte richtete Erfolgsmensch und Festivalgründer Philipp Westermeyer einige Worte an das Publikum. „Wir sollten daran denken, dass Galloways Argumente nur eine Seite der Wahrheit abbilden“, erklärte der Festival-Chef. Er habe viele gute Punkte gebracht, betonte er, aber diese hätten Vertreter von Facebook, Google und Co. auch, wenn sie bezüglich ihrer Marktmacht befragt werden würden. „Wir dürfen nicht ver

So sieht das aus. Die Probleme, die durch diese US-Medienkonzerne – Facebook, Google, Apple, Amazon … – entstehen haben viel tiefer mit uns selbst zu tun, als wir uns vorstellen können. Das einzige, was hilft: Abschalten! Und den Job wechseln!