Der Shitstorm ist eine schnelle Welle der Entrüstung und Beleidigung einzelner Personen oder Unternehmen durch den sogenannten Schwarm, der sich über Social Media Netzwerke in der Regel anonym austobt. Ein Shitstorm ist extrem verletzend, auf hinterhältige Weise abwertend und vom mittelalterlichen Pranger nur durch das Wort „digital“ zu unterscheiden. Der „Shitstorm ist eine Unterwelterscheinung von nie gekannten Ausmaßen. Es war klar, dass die menschliche Spezies, welche sich so sehr der Selbstbeobachtung und Selbstregulierung verschrieben hat, einen Weltkeller, eine Katakombe brauchen würde, in der sie sich ungesehen ausleben kann.“

Shitstorm-Verzeichnis, Deutschland

 
Februar 2014

Shitstorm gegen dänischen Zoodirektor Bengt Holst

Er hatte im Kopenhagener Zoo den Giraffenbullen „Marius“ mit einem Bolzenschuss töten lassen und den Kadaver an die Löwen verfüttert. Und das vor aller Augen, auch vor Kindern. Er wollte auf diese Art Inzucht unter den Giraffen verhindern und offenbar Futterkosten (für die Löwen sparen). Anstatt die Giraffe zu kastrieren, machte er, wie offenbar üblich in vielen Zoos, kurzen Prozess. Ganz ergab einen hässlichen Shitstrom auf Twitter und Facebook und die obligatorische Online-Petition, sowie Todesdrohungen gegen den Direktor.
Siehe FOCUS: Auch eine Giraffe wird gefressen“Giraffe an Löwen verfüttert – Zoo-Leiter findet’s normal

Januar 2014

Shitstorm gegen Markus Lanz

Ein verkorksten Interview mit Sahra Wagenknecht, die ihr wirren Ansichten näher erklären sollte (was kaum jemand aushält) und Markus Lanz überforderte und eine anschließende Online-Petition zum Absetzen des ZDF-Moderators, führt zu einem mächtigen Shitstorm gegen diesen un nahezu allen Online-Medien. Eine Petition gegen blödsinnige Petitionen durch den Kabarettisten Dieter Nuhr scheiterte an den Statuten des Online-Petitions-Portals.
Sieh CICERO.DE: Sahra Wagenknecht – Die falsche Ikone

Shitstorm gegen Michael Wendler

Spätestens nach seinem durchschaubaren Auszug aus dem RTL-Dschungelcamp wissen wir: Der Wendler hat ne Klatsche. Der Egomane leidet vermutlich unter einer Persönlichkeitsstörung, da er chronisch lügt und sich die Realität so zurecht legt, wie er sie gerne hätte. Seine Arroganz und Überheblichkeit („Ich wäre sicher Dschungelkönig geworden!“) löst einen mächtigen Shitstorm auf seiner FACEBOOK-Seite und auf Twitter aus.
Siehe Abendzeitung München: Dschungelcamp Tag 4 – Twitter und Facebook: Shitstorm gegen den Wendler!

Shitstorm gegen den ADAC

Der Allgemeine Deutsche Automobil Club manipuliert sich seine Zahlen zurecht, das es kracht. Sein Chef düst mit dem Rettungshubschrauber durch die Republik, da lässt der Shitstorm nicht lange auf sich warten.
Siehe CHIP.DE: ADAC: Shitstorm & Kündigungen nach Zahlenbetrug

Dezember 2013

Shitstorm gegen den Hamburger Senat

Nach den schwersten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Linksautomen seit Jahren und einer brutalen Straßenschlacht vor Weihnachten, Angriff auf die Polizeiwache Reeperbahn und schwer verletzen Polizisten am 28.12.13, richtet die Hamburger Polizei auf gesetzlicher Grundlage ein erweitertes Gefahrengebiet ein. Damit ist sie, Senat und Innensenator so wie Olaf Scholz Ziel massiver Anfeindungen. Von Polizeistaat ist die Rede, Beraubung von Grundrechten und Putinisierung der Stadt. Die Propaganda und Demagogie der Linken Sympathisanten und vieler Hamburger Künstler ist nicht zum Aushalten. Wenige Wochen zuvor gab es schon linksextreme Ausschreitungen wegen der Flüchtlingspolitik der Stadt (Lampedusa-Flüchtlinge) und angebliche „rassistische Polizeikontrollen“. Shitstrom mit massiver Künstler-Beteiligung.
Siehe FAZ.NET: Hamburg – Lust auf Gewalt

Shitstorm gegen Amazon

Nach dem im Frühjahr und im Jahr zuvor Amazon wegen seinem zweifelhaften Umgang mit Leiharbeitern in die Kritik kam, gab es vor Weihnachten einen erneuten Shitstorm. Diesmal ging es um Gewerkschaftsforderungen nach höheren Lohn und einem Betriebsrat, dem sich Amazon nicht beugen wollte.
Siehe FOCUS: Shitstorm voraus: Die größten Internetaufreger 2013 – Amazon und die Leiharbeiter

November 2013

Shitstorm gegen Uschi Glas

Nach einem Auftritt bei Markus Lanz, bei dem sie gegen den Mindestlohn ausspricht und den Menschen in den neuen Bundesländern eine gute Ausbildung abspricht, startet neben dem üblichen Shitstorm gleich eine Online-Petition gegen sie.
Siehe FOCUS: Online-Petition – „Liebe Uschi Glas – komm nach Erfurt!“

Oktober 2013

Shitstorm gegen Stefan Kießling

Nach dem der Fußballer ein Tor geschossen hat, das gar keins war, tobte ein riesiges Medienecho. Der Shitstorm richtete sich in diesem Fall auch gegen Felix Brych, den Schiedsrichter, der die Fehlentscheidung getroffen hatte.
Siehe NEWS.DE: Shitstorm gegen die Phantomtor-Sünder

August 2013

Shitstorm gegen Barilla

Herr Barilla stellte in einem Interview klar, dass seine Nudeln für Traumfamilien sind und nicht für Homosexuelle. Das sorgte zurecht für „weltweite Empörung und Boykott-Aufrufe“!
Siehe FOCUS: Barilla-Chef: Keine Werbung für Homosexuelle

August 2013

Shitstorm gegen DIE GRÜNEN

Gegen Ende des Sommerlochs und zu Begin der heißen Phase im Bundestagswahlkamp 2013, machen DIE GRÜNEN und allen voran den Vorschlag eines fleischfreien Kantinentags in der Woche. Sie lösen damit einen Shitstorm auf Twitter unter dem Hashtag #veggieday. Offenbar bietet diese kleine Bevormundung durch eine eigentlich gute Idee mehr Empörungspotential als der gerade erst ausklingende NSA-Datenskandal. Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen. Und für den Shitstorm schon gleich gar nicht. Der ist hier Naturgesetz.
Siehe dradiowissen.de: Sommerloch – Wahlkampfthema Veggie-Day

Juli 2013

Shitstorm gegen #PRIMS und den „Überwachungsstaat“

Ende Juni veröffentlicht der ins Ausland geflohene Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden die Überwachungspraktiken seines Arbeitgebers, der #NSA, die Teil des Millitärapparts ist, und damit der US-Regierung. Durch den Whistleblower erfährt die Welt vom Ausmaß der Datenüberwachung im Internet. Das Programm nennt sich #PRISM und speichert offenbar sämtliche Metadaten aller Server in den USA. Auch der britische Geheidienst betreibt ein Spähprogramm, #Tempora. Die Empörung ist vor allem in der Netzgemeinde gigantisch, ein kaum abebbender Shitstorm ziehts sich durchs gesamte Internet. Doch die meisten Menschen interessiert das nicht sonderlich. Sie fühlen sich nicht wirklich TOTAL überwacht und machen auch nicht so viel im Internet. Vor allem die Deutschen schreien am Lautesten auf, aus den anderen Ländern sind die Stimmen leiser. Das Thema an sich ist lange noch nicht ausgestanden.
Siehe SPON: Prism, XKeyscore und Co.: NSA-Überwachungsprogramme im Überblick

März 2013

Shitstorm gegen Katja Riemann

Die Schauspieler Katja Riemann saß auf dem roten Sofa der DAS-Vorabendsendung im NDR und wollte sich nicht mit Moderator Hinnerk Baumgarten verstehen. Die Riemann nahm sich selbst derart wichtig und kam so neurotisch wie je rüber, dass sie sich auf Facebook wüsten Beschimpfungen gegenüber sah. Ein Shitstorm, den sie zwar nicht verdient hat, aber durch ihre arrogante Haltung fleißig nährte. Nichts Neues also in beiden Fällen: In Sachen Shitstorm. Und in Sachen Riemann. Fehlt eigentlich nur noch, sie Hamburger Tatort-Kommissarin wird …
Auf horizont.net: Nach Shitstorm: Katja Riemann zieht bei Facebook den Stecker

Shitstorm gegen Otto-Versand wegen eines T-Shirt-Spruchs

Das Mädchen-T-Shirt trug den lustigen Spruch „In Mathe bin ich Deko“ und zeigt auf der Shopseite des Versandhandelsriesen Otto in Hamburg ein Schul-Mädchen, das es trug. Das löste einen Shitstrom der politisch korrekten Entrüstung im Internet aus, so dass das Shirt aus dem Shop genommen wurde. Die moralische Überlegenheit hat in den „sozialen“ Netzwerken mal wieder gesiegt. Man könnte auch sagen: Die Kleingeistigkeit, der deutsche Biedermeierin in modern plustert sich immer weiter auf, bis sie hoffentlich irgendwann man Platz diese Blase der Selbstgerechtigkeit.
Siehe FAZ.NET: Der Balance-Akt – In Mathe bin ich Deko

Februar 2013

Shitstorm gegen Amazon Deutschland

Shitstrom auf der Facebookseite von Amazon Deutschland. Nach einer ARD-Reportage über die Leiharbeitskräfte im Weihnachtsgeschäft bei Amazon in Bad Hersfeld in Hessen und einen miesen „Sicherheitsdienst“, der die LeiharbeiterInnen demütigte, gehörig unter Druck setze und offenbar politisch zweifelhafter Gesinnung war, bricht der Shitstorm über das Unternehmen herein. Man besitzt zwar Computer und Smartphone aus chinesischer Herstellung, deren Arbeitsbedingungen alptraumhaft sind, beschwert sich aber über Amazon. So läuft das mit den Shitstorms. Man wirft den ersten Stein und fertig.
Süddeutsche: Leiharbeit im Online-Warenhaus – Amazon feuert Sicherheitsdienst

Januar 2013

Shitstorm gegen Rainer Brüderle

Der FDP-Politiker wird von der jungen STERN-Journalistin Laura Himmelreich in einer Titelstory („Der Herrenwitz“) der – in diesem Fall subtilen – sexuellen Erniedrigung (Sexismus) bezichtigt. Das löst in den Medien eine Welle der Bericht erstattenden Empörung aus. Man spricht von einer Sexismus-Debatte. Die junge Nerdette Anne Wizorek hatte dem Shitstorm einen Namen gegeben: #Aufschrei. Die Frauen wurden berühmt, Rainer Brüderle übel gemobbt.
Siehe FAZ.NET: Sexismus-Debatte – Prüder in Waffen

Dezember 2012

Shitstorm gegen Boris Becker

Boris lässt auf Twitter einen töffeligen Spruch ab, dass er Patriot wäre und Angela Merkel zum Nobelpreis gratuliere – und erntete dafür einen Shitstrom auf Twitter. Dabei er selbst zwar den Nobelpreis im schlechter Deutsch verdient, provoziert jedoch nur die Platzwart im Internet, die Hausmeister der Grammatik, den hämischen Netzmob.
Siehe FOCUS ONline: Wutwelle auf Twitter: Boris Becker erntet Shitstorm für Merkel-Lob

Oktober 2012

Shitstorm gegen Michael Wendler

Ein Rechtstreit zwischen Wendler und der Besitzer-Familie eines Wendler Fan-Cafés auf Mallorca wird unsachgemäß auf RTL verarbeitet, die Masse auf Facebook muckt auf. Shitstrom. in Gericht erklärt den Vertrag zwischen den Parteien jedoch für ungültig. Egal. Es ist cool und es bringt Aufmerksamkeit Wendler zu „bashen“.
Siehe DER WESTEN: Shitstorm gegen Michael Wendler auf Facebook

September 2012

Shitstorm gegen Bettina Wulff

Die Gattin des Ex-Präsidenten veröffentlicht überflüssigerweise ein Buch, in dem sie sich entblößt und strengt gleichzeitig ein Verfahren gegen den Suchmaschinenmonopolisten GOOGLE an, dem verboten werden soll, sie mit falschen Tatsachen in Verbindung zu bringen. Ein gefundenes Fressen für die Socialmedia-Gemeinde, die sich bekanntlich für nichts zu schade ist. Der Shitstorm bricht los.
Siehe W&V online: „Wer kauft den Mist?“ – Der Shitstorm über Bettina Wulff

Shitstorm gegen Julia Schramm

Vergehen: Die „Politikerin“ der Piratenpartei veröffentlichte ein Machwerk namens Klick mich: Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin auf das niemand gewartet hat und das man auch nicht lesen muss. Verdient hatte sie sich den darauf filgenden Shitstorm, weil ihre Haltung zum Urheberrecht in eigener Sache plötzlich eine ganze andere war, als üblich für eine Piratin.
Siehe SPON: Julia Schramm – „Klick mich“-Piratin im Shitstorm.

August 2012

Shitstorm gegen die ARD

Vergehen: Bei der Live-Übertragung der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2012 in London quasselten sich die Kommentatoren Tom Bartels, Rolf Seelmann-Eggebert und Franziska van Almsick einen Wolf. Das ist teilweise peinlich und lächerlich und ein gefundenes Fressen für einen gehörigen Shirtstrom gegen die Beteiligten.
Siehe HANDELSBLATT online: ARD-Kommentatoren verstummen nach Shitstorm

Juli/August 2012

Shitstorm gegen McDonalds

Ein User findet auf der Unternehmens-Facebook-Seite, dass der Cheeseburger nun 1,39 statt 1,- Euro kosten soll. Er eine „Unverschämtheit“ und „die größte Frechheit überhaupt“. Massen-Liking, Shitstorm und Empörung.
Siehe FOCUS Online: Facebook-Wutwelle trifft McDonald’s.

Juli 2012

Shitstorm gegen Vodafone und H&M

Vergehen: Eine Fehlbuchung und eine Facebook-Beschwerde verursacht Massen-Liking, Vodafon vermutet Manipulation. H&M wird unterstellt, eine Facebook-Beschwerde gelöscht zu haben. Ein Shitstrom ist die Folge
Siehe SÜDDEUTSCHE online: Beschwerdeformular Facebook

Facebook-Shitstorm gegen Ariane Friedrich

April 2012
Die attraktive Sportlerin wird auf Facebook von einem Irren „gestalkt“ und veröffentlicht seinen Namen und seine Adresse. Daraufhin richtet sich ein Schwall an Ablehnung und übelsten Drohungen gegen sie selbst. Ein furchtbares Beispiel wie ein Shitstorm funktioniert und was von der sog. Schwarm-Intelligenz manchmal zu erwarten ist.
Siehe DIE ZEIT: Ariane Friedrich – „Ich bin hier das Opfer, nicht der“

Shitstorm gegen Patrick Döring

In einer Fernsehdiskussion sprach der FDP-Politiker eher polemisch obwohl zurecht von der „Tyrannei der Masse“. Diese zeigt ihm sogleich, wie recht er hatte. Vor allem Sympathisanten der Piraten-Partei fühlten sich offenbar angesprochen. Self fulfilling Shitstrom.
Sie DAS ERSTE Online: Shitstorm im Bundestag: Politiker am Online-Pranger

Andere Shitstorms

Sommer 2012

Shitstorm im US-Präsidentenwahlkampf gegen Clint Eastwood

Der uralte Schauspieler engagiert sich für die Repulbikaner und inszenierte ein virtuelles Gesprpäch mit Obama. Der US-Präsident wurde symbolisiert durch einen leeren Stuhl. Der Dialog war scheiße. Ein Shitstrom brach los, weltweit.
Siehe ZEIT Online: Twitter-Shitstorm verdrängt die inhaltlichen Themen des GOP-Parteitags

Was fehlt? Fehlt etwa ein bestimmter Shitstorm? Anregung willkommen!

Fearless &copy (CC BY-SA 2.0) Quinn Dombrowski (Flickr)