Die gefürchtete MPU

Medizinisch Psychologische Untersuchung – Alles Abzocke vom Staat?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, auch „Idiotentest“ genannt, ist seit jeher im Verruf, bloße Abzocke zu sein. In keinem anderen Land der Welt gibt es eine derartige Maßnahme. Betroffene bezahlen viele tausend Euro für den gesamten Prozess, den Führerschein zurückzuerlangen.

Welchen Sinn hat die Begutachtung?

Die einen sehen dies als gerechte Strafe an und fordern noch härtere Vorgehensweisen. Denn zur MPU muss man nicht wegen Kavaliersdelikten: es liegt immer (mindestens) ein Vergehen mit Drogen, ein Alkoholdelikt im Straßenverkehr oder massive verkehrsrechtliche oder strafrechtliche Vergehen zugrunde.

Die anderen halten alles für übertrieben und fordern die Abschaffung ganz nach dem Motto: „Ist es fair, dass ich nach einem einmaligen Fehltritt mit dem Führerschein bezahlen muss? Andere verhalten sich viel schlimmer als ich!“.

So sind die beiden Seiten in stetiger Diskussion über den Sinn der Untersuchung. Eigentlich sollte das Ziel sein, dem zu Begutachtenden eine neue Chance zu geben, erneut wieder am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Dafür erfolgt neben einer medizinischen und Leistungsbezogenen Überprüfung auch ein psychologisches Gespräch.

Alles Betrug?

Ein Verkehrspsychologe überprüft, ob aus dem Fehlverhalten gelernt wurde und ob es wahrscheinlich ist, dass dies in Zukunft nicht noch einmal auftreten wird. Was eigentlich plausibel und logisch ist, ist leider auch der Nährboden für allerlei Betrügereien.

Die Vorbereitung auf die MPU, welche eigentlich eine Beschäftigung mit der eigenen Person darstellen sollte, mutiert hier oft zu einem Auswendiglernen von MPU Fragen, um dem Gutachter zu erzählen, „was er hören möchte“.

Solche Versuche scheitern oft. Die Verkehrspsychologen wittern Betrügereien schnell. Nur eine wirkliche Auseinandersetzung führt zum Bestehen der MPU und damit zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. 

Die MPU als Chance

Fest steht: Wer zur MPU aufgefordert ist, der kommt nicht drum rum sich darauf vorzubereiten. Dazu zählt, sich zum Beispiel mit seinem Alkohol- oder Drogenkonsum auseinanderzusetzen und darauf zu verzichten. Auch die Gründe für den Konsum müssen erarbeitet werden. Dann kann eine Zukunft geplant werden, in der das „alte“ Verhalten keinen Platz mehr hat.

Wer sich auf diesen Prozess einlässt, für den rückt der Führerschein oft in den Hintergrund. Und er kann die MPU als Chance erkennen, sein Leben zu verbessern und in Zukunft freier zu gestalten.

vor 13 Minuten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.